An American Crime
Verfasst von B!zzY am März 31, 2008
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“An American Crime” basiert auf einer wahren Geschichte, die sich 1965 in den USA abgespielt hat. Die beiden Teenager Sylvia (Ellen Page) und Jennie (Hayley McFarland) werden für eine geringe finanzielle Gegenleistung von ihren Eltern, die reisende Schausteller sind, in die Obhut einer Hausfrau namens Gertrude Baniszweski (Catherine Keener) gegeben, die allein erziehende Mutter von sechs eigenen Kindern ist. Obwohl man sich vorher nie richtig kennen gelernt hat, vertrauen die Reisenden auf den ersten Eindruck. Doch rasch wird die soziale Misslage immer deutlicher. Die Pflegemutter entpuppt sich als trinkwütiges und mental instabiles durch die Familie überfordertes Monster – was vor allem Sylvia schnell zum Verhängnis wird. |
Als Gertrudes zweitälteste Tochter Paula (Ari Graynor) sich in einer misslichen Lage befindet, rettet Sylvia sie durch Lüften eines Geheimnisses von Paula. Sie fühlt sich dadurch allerdings verraten und rächt sich, indem sie Sylvia bei ihrer Mutter als Lügnerin anschwärzt. Das Drama beginnt.
Gertrude sieht sich in der Position zu handeln und erzieht ihre Tochter Paula dahingehend, dass sie berechtigt sei, sich an Sylvia gewaltvoll zu rächen. Gesagt, getan – und das vor Augen der ganzen Familie.
Weitere Umstände verbessern die Lage nicht. Kurzer Hand wird Sylvia in den Keller gesperrt. Der Beginn einer endlosen Reihe von Qualen und Demütigungen wird nur noch darin bestärkt, dass die Kinder noch weitere Schulfreunde mit nach Hause bringen, die den Anfangs unsozialen und falschen Umgang mit Sylvia sehr schnell hinter sich lassen und selbst Spaß an der Erniedrigung finden.
Das Szenario scheint kein Ende zu nehmen und auch Sylvias Schwester Jennie weiß nicht weiter, die Eltern der beiden Teenager ahnen nichts und doch kommt die Rettung im letzten Moment.
Die Atmosphäre lässt sich gar nicht in Worte fassen, daher kann ich nur jedem wärmsten ans Herz legen, sich selbst ein Bild davon zu machen und obwohl die Folterung nur sehr selten direkt gezeigt wird, spürt man vollstes Mitgefühl, Trauer und ein flaues Gefühl in der Magengegend.
Beängstigend ist nicht nur die Geschichte selbst, sondern auch die absolut authentische Darstellung der Schauspieler. Ellen Page spielt die gepeinigte Sylvia so überzeugend, dass dem Zuschauer nichts anderes übrig bleibt, als an dem schmerzvollen Schicksal des Mädchens hilflos teilzunehmen.
Schockierend erschreckend ist damit auf der einen Seite nicht nur das Schauspiel, sondern auf der Anderen auch das Wissen, dass sich das Gezeigte wirklich in dieser Form zugetragen hat – und wer sagt, dass dies heute nicht mehr möglich sei?
Nur zum Ende hin, muss ich ein wenig negative Kritik anbringen. Die bis dahin klar geschilderte Geschichte sorgt kurzzeitig für Verwirrung, schafft aber auch einen erneuten emotionalen Höhepunkt, der sich in einem zum Nachdenken anregenden Schluss vor Gericht auflöst.
Alles in Allem ist “An American Crime” zwar harte Kost, deprimierend und absolut mitreißend, aber dennoch, sofern es hier nach meiner Meinung geht, ein absolutes Muss für jeden!
Trailer (Englisch)
